DER TRAUM VOM EIGENEN BETRIEB
Der HKH Saar unterstützt Sie bei der Verwirklichung
Das Handwerk ist gefragt. Medien und Presse berichten beständig über die seit Jahren anhaltend große Nachfrage nach Handwerkern. Die Betriebe arbeiten mitunter am Limit, Kunden müssen nicht selten längere Wartezeiten in Kauf nehmen. Vor diesem wirtschaftlichen Hintergrund ist für Schreiner der Schritt in die unternehmerische Selbständigkeit derzeit ebenso attraktiv wie erfolgversprechend.
Den Meisterbrief in der Tasche und motiviert, den Weg zum eigenen Betrieb einzuschlagen, gilt es zunächst wichtige grundsätzliche Überlegungen anzustellen. Neugründung oder Übernahme eines bestehenden Betriebs, Standortoptionen, Umfang des Leistungsspektrums, technische Ausstattung, Finanzierung sind einige der Fragen, die sich unweigerlich stellen.
Unser Verband unterstützt Sie dabei, die für sich besten Antworten zu finden - aus betriebswirtschaftlicher, technischer und rechtlicher Sicht.
Checkliste
Die wichtigsten Fragen vor der Gründung des eigenen Betriebs
1 - Alleine gründen oder im Team?
Bei einer alleinigen Gründung ist man im wortwörtlichen Sinne sein eigener Herr. Alle Fäden laufen in einer Hand zusammen. Dies bedeutet gleichzeitig, sich in alle Belange des Betriebs selbst einarbeiten zu müssen. Neben den eigentlichen Handwerkstätigkeiten geht es auch darum, Finanzen, Personal, Technik, Marketing, Buchhaltung, Versicherung und standesrechtliche Fragen im Blick zu haben. Auch die Finanzierung liegt allein in der eigenen Verantwortung.
Nicht jeder Schreinermeister fühlt sich zu den administrativen Aufgaben im Betriebsbüro oder der Kundenberatung ebenso hingezogen wie zur handwerklichen Arbeit in der Werkstatt oder bei der Montage. Eine Teamgründung hat den Vorteil, Zuständigkeiten gemäß den jeweiligen Neigungen und Fähigkeiten aufteilen und die finanzielle Verantwortung auf mehrere Schultern verteilen zu können. Vertrauen und eine “gute Chemie” zwischen den einzelnen Partnern ist dabei erste Voraussetzung.
2 - Neugründung oder Betriebsübernahme?
Eine Neugründung spricht für Frische, klare Zielsetzung und volle Gestaltungsfreiheit. Man wählt selbst Standort, Markenauftritt und Technologien, setzt sein eigenes Leitbild um und kann von Anfang an effiziente Prozesse, moderne Technik und nachhaltige Materialien implementieren. Zudem lassen sich Wachstumsfelder gezielt adressieren. Neue Mitarbeiter können von Anfang an in die Unternehmenskultur eingebunden werden, Fördermittel und Gründungszuschüsse erleichtern den Start.
Dem gegenüber bietet eine Übernahme Vorteile durch vorhandene Infrastruktur, etablierten Kundenstamm, laufende Aufträge und bewährte Arbeitsabläufe. Man kann auf laufende Rentabilität aufbauen und mindert somit Start-Up-Risiken.
Noch ein Hinweis: Werden durch die Übernahme ansonsten drohende Arbeitsplatzverluste vermieden, können auch öffentliche Fördergelder beantragt werden (siehe Punkt 4).
WICHTIG: Vor einer Übernahme ist es essentiell, den Betrieb finanziell, technisch, rechtlich und personell genau zu prüfen.
3 - Überzeugender Businessplan?
Bei einer Betriebsgründung oder -Übernahme im Schreinerhandwerk gilt es, möglichst alle Facetten zu berücksichtigen. Angefangen von Rechtsform und Standort über Produktpalette und Dienstleistungsangebot, Personalplanung, Technikeinsatz, Materialmanagement, Qualitätsstandards bis Marketing und Vertrieb samt eigener Zieldefinitionen und regionaler Marktanalyse gilt es, sehr viele Punkte zu beachten, die für den Erfolg eines Betriebs maßgeblich sind.
Aus dieser recht langen (und dennoch unvollständigen) Auflistung lässt sich schon ersehen, wie detailliert ein seriöser Businessplan sein sollte. Denn dabei geht es nicht um eine bloße Formularie für Banken und andere Geldgeber. Vor allem hilft ein Businessplan dabei, selbst nicht den Überblick über die notwendigen Anforderungen zu verlieren und den anvisierten Erfolg nicht durch vermeidbare Versäumnisse zu gefährden. Erste Hilfe bei der Erstellung eines Businessplans finden Sie u.a. auf https://gruenderplattform.de/businessplan.
4 - Solide Finanzierung?
Die Neugründung wie die Übernahme eines bestehenden Schreinerbetriebs verlangt nicht zuletzt nach einem soliden Finanzierungsplan. Dabei stellt sich zunächst die Frage, wieviel Startkapital benötige ich, welchen Anteil davon kann ich (oder ggf. das Gründer-Team) selbst einbringen und wie hoch ist der Bedarf an Fremdkapital.
Der Gesamtbedarf sollte sich aus dem Businessplan ergeben. Abzüglich des Eigenanteils bleibt also die Frage, welche Möglichkeiten für die in den meisten Fällen nötige Fremdfinanzierung bestehen.
Eine Möglichkeit ist der klassische Bankkredit der eigenen Hausbank, gerade wenn dorthin eine langjährige familiäre Bindung mit einem direkten Draht zu vertrauten Ansprechpartnern besteht. Daneben ist die KfW eine interessante Anlaufstelle. Abhängig von bestimmten Voraussetzungen können Gründer dort sogenannte Förderkredite mit niedriger Zinslast, anfänglicher Tilgungsaussetzung und/oder geringeren Anforderungen an das Eigenkapital erhalten.
Dazu gibt es zahlreiche Fördermaßnahmen von Bund, Land und Arbeitsagentur, die situationsabhängig beantragt werden können. Informationen dazu finden Sie u.a. unter www.deutschland-startet.de, www.sikb.de/steckbrief_startkapitalprogramm, www.arbeitsagentur.de/arbeitslos-arbeit-finden/arbeitslosengeld/gruendungszuschuss-beantragen.
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